Die Deutsche Gebärdensprache ist nur eine von zur Zeit 137 offiziell anerkannten Gebärdensprachen und wird in Deutschland und Luxemburg verwendet. Österreich und die Schweiz haben ihre eigenen Gebärdensprachen, die sich teilweise deutlich unterscheiden. Die Deutsche Gebärdensprache ist eine rein visuell-manuelle Sprache und wird von ca. 200000 Menschen verwendet. Sie ist nicht vollständig standardisiert, was bedeutet, dass es zahlreiche Dialekte gibt.

Eigenschaften der Deutschen Gebärdensprache
Die Deutsche Gebärdensprache ist eine komplett eigene Sprache und unterscheidet sich komplett von der deutschen Lautsprache und auch von anderen Gebärdensprachen. Sie ist deutlich mehr oralbetont, als z.B. die Amerikanische Zeichensprache. Das bedeutet, dass einzelne Gebärden öfter durch entsprechende Lippenbewegungen unterstützt werden und somit das Ablesen von den Lippen notwendig ist. Auch die Grammatik der Deutschen Gebärdensprache unterscheidet sich sehr deutlich von der deutschen Lautsprache. So werden adverbiale Zeitbestimmungen am Satzanfang genannt, während Verben am Satzende, bzw. nach dem Subjekt genannt werden. Insgesamt ist die Grammatik der Deutschen Gebärdensprache ähnlich anspruchsvoll wie in der deutschen Lautsprache auch. Oft werden auch Elemente beider Sprachen vermischt, so das eine Mischung aus Deutscher Gebärdensprache und durch Gebärden dargestelltes Deutsch entsteht und auch gelehrt wird. Namen, Eigennamen und unbekannte Vokabeln werden dabei jeweils durch das Fingeralphabet visuell dargestellt.

Woman signing the word 'Interpreter' in American Sign Language while communicating with a man

Die Deutsche Gebärdensprache in Wissenschaft und Lehre
Da die Deutsche Gebärdensprache nicht einheitlich standardisiert ist, gibt es keinen einheitlichen Lehrplan was genau und wie unterrichtet wird. Es setzten sich in der Lehre jedoch in letzter Zeit die Versionen der Gebärdensprache durch, die an den Universitäten gelehrt wird und die die in den weit verbreiteten Lehrbüchern zu finden sind. Regionale Dialektik und die schon erwähnte Vermischung von Deutscher Gebärdensprache und gebärdetem Deutsch gehören dazu. An mehreren Universitäten gibt es Bestrebungen im Bereich der Linguistik einen Standart für eine deutsche Hochsprache in der Gebärdensprache zu entwickeln und festzulegen. Diese akademischen Festlegungen sind allerdings kompliziert, da alle Besonderheiten berücksichtigt werden sollen und die Deutsche Gebärdensprache gleichzeitig modern und flexibel bleiben soll und sich außerdem nicht zu weit von der Österreichischen und Schweizer Gebärdensprache weg entwickeln soll. Neben der Möglichkeit die Gebärdensprache an speziellen Schulen und Universitäten zu erlernen sind seit einigen Jahren auch multimediale Kurse zum Selbststudium der Sprache verfügbar.