Eine Gebärdensprache ist eine mit den Händen ausgeführte Sprache, die heute hauptsächlich von Gehörlosen und Schwerhörigen zur Kommunikation eingesetzt wird. Neben Bewegungen mit den Händen kann sie auch Elemente enthalten, die durch andere Gestik und Mimik ausgerückt werden. Es wird vermutet, dass es schon immer Formen der Gebärdensprache gab, da es bereits von Augustinus und Plato Berichte über Gebärdenkommunikation zwischen tauben Menschen gibt. Außerdem ist es naheliegend, dass Menschen schon viel früher in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel bei der Jagd eine Gebärdensprache eingesetzt haben.

Die Wurzeln heutiger Gebärdensprachen
Die Gebärdensprache, wie sie heute verwendet wird hat ihre Wurzeln im 18. Jahrhundert. Der französische Geistliche Abbé de l’Epée gründete im Jahre 1755 in Paris eine Schule für taube Kinder, in der er ihnen die Gebärdensprache wie sie unter den Tauben in Paris verbreitet war beibrachte und gleichzeitig weiterentwickelte. Dadurch verbreitete sich die Gebärdensprache schnell und so gab es gegen Ende des 18. Jahrhunderts bereits 21 Schulen, in denen gehörlosen Kindern die Gebärdensprache beigebracht wurde. Ein ehemaliger Schüler und späterer Lehrer einer solchen Schule ging auf Einladung von Thomas Hopkins Gallaudet in die USA und lehrte die Gebärdensprache dort. Die Gründung des „American Asylum for the Deaf“ ging aus dieser Zusammenarbeit hervor und führte zur Entwicklung der Amerikanischen Gebärdensprache (American Sign Language). Erstmals wurde hier ein Standard der Gebärdensprache festgeschrieben, der in ganz Nordamerika einheitlich gelehrt wurde.Gebärdensprache - Ihre Geschichte kurz zusammengefasst 2

Gebärdensprache von der Affensprache bis zur Anerkennung als Minderheitensprache
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Gebärdensprache in Europa zunehmend als Affensprache diskeditiert und ihr Unterricht wurde eingestellt, später ganz verboten. Die sogenannten Oralisten wollten gehörlosen Kinder ausschließlich die Bildung von Sprechlauten beibringen und sie Sprache vom Mund ablesen lassen. 1880 sorgte ein Beschluss des Mailänder Kongresses dafür, dass der Unterricht in Gebärdensprache komplett eingestellt wurde. Erst nach und nach setzte sich die Gebärdensprache seit Mitte des 20. Jahrhunderts wieder durch und wird heute weltweit gelehrt, wobei sie inzwischen in allen Sprachen und sogar vielen Dialekten gelehrt wird. In immer mehr Staaten ist sie als Minderheitensprache anerkannt und anderen Sprachen gesetzlich gleichgestellt. Frankreich, als Land der Wurzeln der Gebärdensprache hat das Gebärdenverbot für taube Kinder in seinen Schulen allerdings erst im Jahre 1991 aufgehoben.